Schneller Ersatz auf Rädern
Regionalbus Braunschweig betreibt zentrale Leitstelle für den Busnotverkehr im Norden
Umgestürzte Bäume, Wildunfälle, defekte Bahnübergänge: Manchmal geht es auf dem Schienenweg nicht weiter. Dann müssen Busse her, damit die Reisenden ans Ziel kommen. In der Region Nord regelt nun eine neu eingerichtete Leitstelle von Regionalbus Braunschweig (RBB) den Busnotverkehr. Sie ist rund um die Uhr besetzt, dadurch fallen die bisherigen Bereitschaften weg. „Jetzt wird keiner mehr nachts aus dem Schlaf geklingelt“, sagt Ernst Bierwirth, der die neue Zentrale in Göttingen leitet.
Eine verlässliche und uneingeschränkte Erreichbarkeit, kürzere Reaktionszeiten und ein besserer Datenfluss sind die Vorteile der neuen Leitstelle. RBB arbeitet dabei eng mit den beiden anderen DB-Töchtern Autokraft und Weser-Ems-Bus zusammen. Von Göttingen aus werden im Störfall Busse für DB Fernverkehr, DB Regio und alle privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen in der Region Nord organisiert. Einzige Ausnahme: Autokraft übernimmt den Busnotverkehr für die Regionalbahn Schleswig-Holstein.
Acht geschulte Mitarbeiter sorgen in der Leitstelle im Schichtdienst für den schnellen Ersatz auf Rädern. Einer von ihnen ist Heiko Wieter. Ihm hat „Andrea“ den bisher stressigsten Arbeitstag in diesem Jahr beschert. Als das Orkantief Anfang Januar über das Land fegt, beginnt für ihn ein wahrer Telefonmarathon. Immer wieder melden sich Disponenten aus den Transportleitungen, weil Züge wegen blockierter Gleise nicht fahren können.
Wieter klappert telefonisch Dutzende Busfirmen ab, mit denen RBB zusammenarbeitet. „Nicht alle angeforderten Leistungen können wir mit eigenen Bussen oder Fahrzeugen von Weser-Ems-Bus und Autokraft erbringen“, erklärt er. An jeder Strecke gibt es deshalb private Busunternehmen, die im Störfall zur Stelle sind – zu jeder Tageszeit: „Neulich hat einer unserer Partner abends extra eine Familienfeier verlassen, um uns mit einem Bus zu helfen“, erzählt Wieter.
Seit 2006 ist RBB für den Busnotverkehr in der Region Nord zuständig. „Steigende Auftragszahlen haben eine Neuorganisation notwendig gemacht. Davon versprechen wir uns noch größere Schlagkraft“, sagt Niederlassungsleiter Thomas Schlüter. Der Ablauf ist genau festgelegt: Nach einer Störmeldung aus der Transportleitung gilt es, innerhalb einer Stunde die benötigten Busse zu beschaffen. Die Mitarbeiter stimmen Haltestelle und Ankunftszeiten mit dem Eisenbahnverkehrsunternehmen ab und bereiten die Fahrgastinformation durch die Busfahrer vor. „An einigen Tagen kommt man aus dem Telefonieren gar nicht mehr raus“, berichtet Wieter. Dann greift er wieder zum Hörer. Nächster Einsatz.
Quelle: DB Welt Region Nord, Ausgabe Nr. 3, März 2012